Intermezzo Wandersleben

7. August 2016

 

Bach:Route in Arnstadt


Man sieht nur, was man weiß!

Stadträume lassen sich vielfältig lesen und erleben: Arnstadt ist bereits im Jahr 704 urkundlich erwähnt, doch wirklich greifbare Spuren gibt es aus dieser Zeit nicht mehr. Arnstadt und Umgebung spielten eine große Rolle in der Romanik und Frühgotik, die Stadt ist ein Mittelpunkt der Transromanica. Die Geschichte der Stadt ließe sich auch als Industriegeschichte erzählen, zu erleben bis heute z.B. im historischen Lokschuppen, der Ley-Villa oder in der Kunsthalle Arnstadt, in den Räumen der ehemaligen Daimon Taschenlampen-Fabrik, später Artas.

In der historischen Innenstadt spiegelt sich aber vor allem das barocke Arnstadt:Die Reformation veränderte grundlegend das Bild einer Stadt, deren erste Blüte sich der Christianisierung Mitteldeutschlands und den daraus folgenden frühen und großen Klostergründungen verdankte. In den späten 30er Jahren des 16. Jahrhunderts waren alle Mönche aus der Stadt vertrieben, die herrschenden Schwarzburger hatten sich für den Protestantismus entschieden.

Als Casper Bach zwischen 1620 und 1633 als Stadtpfeifer mit seiner Familie auf den Neideckturm zog, wütete der 30-jährige Krieg, der von 1618 bis 1648 dauerte. Mit dessen Ende, zum Teil sogar noch vor und während des Krieges, begannen die Schwarzburger und die reicheren Arnstädter Bürger mit der barocken Prachtentfaltung – wirkliche Pracht und Camouflage.

Burkhard Röhl, Bildhauer und Kalk-Polier – wie man die Stukkateure seinerzeit nannte – schuf für die Oberkirche, die Kirche der Grafen, 1625 die Kanzel, 1639 den prächtigen Taufstein und 1642 schließlich den etwas überdimensionierten, im Detail wunderbar gearbeiteten Altar. Die Bürger wiederum verputzten zu dieser Zeit ihre zum Teil durchaus reich verzierten Fachwerkhäuser, denn Häuser, die wie aus Stein wirkten, suggerierten Wohlstand.

Ein verheerender Stadtbrand im Jahr 1581 wirkte bis ins späte 17. Jahrhundert nach. Der Wiederaufbau der Bonifatiuskirche, heute Bachkirche, fand erst zwischen 1676 und 1683 statt. Als Johann Sebastian Bach 1703 nach Arnstadt kam, war die neue Orgel gerade erst fertiggestellt.

Details zu den jeweiligen Stationen der Bach:Route in Arnstadt finden Sie hier

  1. Neideck und Schloßgarten

  2. Schlossmuseum | Puppenkabinett Mon Plaisir

  3. Schlossmuseum | Bachausstellung

  4. Jakobsgasse

  5. Holzmarkt 5 und Ledermarkt 7, die Häuser des Bürgermeister Feldhaus

  6. Bachkirche | Neue Kirche

  7. Bachdenkmal

  8. Bachhaus Arnstadt

  9. Oberkirche

  10. Oberkirche | Klausurgebäude

  11. Unter- oder Liebfrauenkirche

  12. Musikschule im Haus zum schwarzen Löwen

  13. St. Georg- und später auch St. Jacobs-Stift, das sogenannte Spittel

  14. Traukirche Dornheim

  15. Wechmar

  16. Wandersleben

 

     :: Willkommen!     :: Joshua Rifkin    :: The Bach Ensemble   :: Vox Luminis